Käseblüten: Girolle und Tête de Moine
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Mönchskopf heißt dieser Käse, und niemand weiß sicher, warum. Eine Deutung verweist auf die Tonsur: Der abgeschabte Laib sieht aus wie ein geschorener Schädel. Die andere ist nüchterner — im Kloster Bellelay wurde der Vorrat pro Kopf der Mönche gerechnet. Der Name taucht am Ende des 18. Jahrhunderts auf, gekäst wurde dort schon Jahrhunderte früher.
Der Käse aus dem Berner Jura ist sämig und würzig, sein Aroma fruchtig und nussig — aber nur, wenn man ihn nicht schneidet. In der Scheibe bleibt er verschlossen. Erst als hauchdünne Rosette vervielfacht sich seine Oberfläche, und dabei kommt frei, was im Teig steckt.
Dafür ist die Girolle da. Ein Feinmechaniker aus dem Jura ließ sie 1982 patentieren: ein Holzbrett, ein Dorn, eine Kurbel aus Edelstahl und ein Messer, das über die Schnittfläche streicht. Den oberen Rand des Laibs dünn abschneiden, aufspießen, kurbeln — die seitliche Rinde fällt dabei von allein ab. Im Set liegen 400 Gramm Käse, die Girolle und eine Flasche Wein nach Wahl, weiß oder rot.
Der Käse darf beim Hobeln nicht zu warm sein, sonst reißen die Rosetten, statt sich zu kräuseln. Also direkt aus der Kühlung arbeiten und die Blüten danach kurz stehen lassen. Was gehobelt ist, trocknet schnell an: nur so viel abnehmen, wie auf den Tisch kommt, der Rest bleibt am Laib. Brot und Beilagen braucht es dazu nicht.
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