Isst man die Rinde mit oder schneidet man sie ab?
Die kurze Antwort: Bei Käse mit Wachs- oder Folienüberzug bleibt die Rinde liegen. Bei allem anderen entscheiden Sorte und Geschmack – nicht die Gesundheit. Hier steht, woran Sie beides erkennen.
Woran man eine essbare Rinde erkennt
Eine Rinde ist nichts, was dem Käse übergestülpt wird. Sie entsteht, während der Laib reift: Die Oberfläche trocknet, Kulturen siedeln sich an, der Affineur wäscht, bürstet oder lässt in Ruhe. Was dabei herauskommt, gehört zum Käse. Ausnahme sind die Überzüge, die zugesetzt werden, damit der Laib nicht austrocknet – Paraffin, Wachs, Kunststofffolie. Die sind kein Lebensmittel und werden abgeschnitten.
Weißschimmel – mitessen
Der samtige weiße Flaum auf Camembert, Brie oder Chaource ist eine Edelschimmelkultur (Penicillium candidum). Sie baut den Teig von außen nach innen ab und macht ihn cremig. Die Rinde schmeckt pilzig bis champignonartig und gehört für die meisten dazu. Wer sie weglässt, verliert einen Teil des Aromas. Käse mit Außenschimmel ansehen
Rotschmiere – mitessen, aber bewusst
Die orangerote, leicht klebrige Rinde von Époisses, Munster, Livarot oder Maroilles kommt von Brevibacterium linens. Sie ist der kräftigste Teil des Käses: würzig, salzig, bei reifen Laiben deutlich streng. Essbar ist sie ohne Einschränkung. Wenn Ihnen der Käse zu kräftig ist, schneiden Sie die äußeren zwei Millimeter ab – das nimmt spürbar Druck heraus. Rotschmier-Käse ansehen
Natur- und Bergrinde – Geschmackssache
Bergkäse, Comté, Gruyère oder Ossau-Iraty tragen eine graubraune, feste Naturrinde. Sie ist unbedenklich, aber hart und oft leicht bitter. Bei lange gereiften Laiben ist sie so trocken, dass man sie kaum kauen mag. Übliche Praxis: die letzten Millimeter abschneiden, den Rest mitessen. Rindenstücke von Hartkäse sind übrigens ausgezeichnet, um eine Suppe oder ein Risotto mitzukochen – hinterher herausnehmen. Hartkäse ansehen
Asche, Kräuter, Blätter
Ziegenkäse wird oft mit Pflanzenasche eingerieben, Frischkäse mit Kräutern gewälzt, Vacherin liegt im Fichtenspanreif. Asche und Kräuter isst man mit. Holzreifen, Blätter und Bast sind Verpackung und bleiben liegen. Ziegenkäse ansehen
Wachs, Paraffin, Folie – abschneiden
Rote, gelbe oder schwarze glatte Überzüge sind Konservierungsschichten. Sie sind lebensmittelecht, aber nicht zum Verzehr gedacht. Dasselbe gilt für Kunststofffolien, die auf manchen Schnittkäsen sitzen.
Und in der Schwangerschaft?
Hier geht es nicht um die Rinde, sondern um die Milch. Ausschlaggebend ist, ob der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde und ob er durchgereift ist. Ob Sie die Rinde essen, ändert daran nichts. Bei Unsicherheit fragen Sie uns – bei jedem Artikel steht, ob er aus Rohmilch ist, und wir sagen Ihnen gern, was wir empfehlen: +49 8046 1879828.
Kurz zusammengefasst
Kann man die weiße Rinde vom Camembert essen?
Ja. Der weiße Flaum ist eine Edelschimmelkultur und gehört zum Käse. Sie schmeckt pilzig und trägt einen guten Teil des Aromas.
Ist die rote Rinde von Rotschmier-Käse bedenklich?
Nein. Die Farbe kommt von Rotschmierebakterien. Sie ist der würzigste Teil des Käses. Wer es milder mag, schneidet die äußeren Millimeter ab.
Welche Rinde soll ich auf keinen Fall essen?
Glatte Überzüge aus Wachs, Paraffin oder Kunststofffolie. Sie schützen den Laib, sind aber kein Lebensmittel.
Was mache ich mit den Rinden vom Hartkäse?
Mitkochen. Ein Stück Comté- oder Bergkäserinde gibt Suppen, Risotto oder Eintopf Tiefe. Vor dem Servieren herausnehmen.
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